Montag, 28. September 2015

Tidebahn

Irgendwie zog es uns zum zweiten mal in diesem Jahr in Richtung Norden, diesmal aber ans Festland. Da hier oben nicht mehr so viel Eisenbahntechnisch zu erleben ist -mein letzter Besuch hat da nicht sehr viel hervorgebracht- zog es mich nach Carolinensiel, genauer zum Hafen Harlesiel, einstiger Endpunkt der Bahnstrecke Jever–Harle. Den dortigen Multi-Cache Die Schienen der Zeit wollte ich eigentlich holen, eigentlich. Denn aufgrund der riesigen Muggeldichte am Final bin ich unverrichteter Dinge wieder abgezogen, nicht ohne ein Foto von der dort als "Denkmal" aufgestellten Lok, einer Deutz-Diesellok No. 36708, Baujahr 1941 (Info von inselbahn.de) mitzunehmen.

Diesellok der Spiekerooger Inselbahn (1943-47 Einsatz auf Wangerooge) als Denkmal im Hafen von Harlesiel


Geschichte

Die Bahnstrecke Jever-Harle war eine ca. 20 Kilometer lange Strecke, welche hauptsächlich die Güterverbindung von und nach Wangerooge gewährleisten sollte. Da der Schiffsverkehr nach Wangerooge abhängig von den Gezeiten ist, hatten viele Zugpaare einen täglich wechselnden Fahrplan, weshalb diese Fahrten auch als Tidebahn bezeichnet wurden.

Der Bau wurde seinerzeit vom Großherzogtum Odenburg veranlasst und wurde am 1. September 1888 zwischen Jever und Carolinensiel eröffnet. Die Bahn endete damals nicht in (zu der Zeit preußischem) Carolinensiel, sondern an der Friedrichsschleuse auf Oldenburger Gebiet. Der Anschluss zum Anleger Harle erfolgte am 1. Juli 1890. Die GOE (Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahnen) übernahm den Betrieb und kaufte 1897 auch die verlustbringende Strecke auf, errichtete auch die Inselbahn Wangerooge.

Die Strecke blieb verlustbringend. Zum Winterfahrplan 1987/88 kündigte die Deutsche Bundesbahn die Einstellung an, bis zum 23. September 1989 gab es noch einzelne Sonderfahrten und Güterverkehr, danach wurde die Strecke abgebaut.